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Hardgainer Crew: Wie aus vier Freunden eine Fitness-Generation wurde

Ein Rückblick von Tobias Rothe, Gründer von CAPS+.

Vier Freunde, eine Hantelbank und eine Kamera, die einfach mitlief: Mehr war die Hardgainer Crew am Anfang nicht. Aus diesem Projekt wurde eines der Formate, die deutschsprachigen Fitness-Content auf YouTube geprägt haben. Ich war von der ersten Folge an dabei und erzähle hier, wie es dazu kam und was daraus geworden ist. Am Ende dieses Wegs steht eine eigene Marke für Nahrungsergänzung, aber der Reihe nach.

Wie die Hardgainer Crew entstand

Angefangen hat alles ohne Konzept, ohne Drehbuch und ohne die Absicht, irgendetwas aufzubauen. Wer uns damals im Studio sah, sah vier Typen, die zusammen trainierten und dieselbe Begeisterung für Bodybuilding und Krafttraining teilten. Dass daraus die Hardgainer Crew wurde, hat uns selbst am meisten überrascht.

Hochglanz war nie das Ziel. Statt perfekt inszenierter Videos nahmen wir die Zuschauer mit in den Alltag, ins Training und auf unseren gemeinsamen Weg. Genau diese Echtheit war vermutlich einer der Gründe, warum die Community so schnell gewachsen ist. Geschrieben wurde der Name damals übrigens mal zusammen, mal als Hard Gainer Crew. Gemeint war immer dasselbe.

Vier Typen, die unterschiedlicher kaum sein konnten

Zur Ursprungsbesetzung gehörten Vito, Kevin Wolter, JHAKI und ich. Jeder brachte eine eigene Persönlichkeit mit, einen eigenen Trainingsstil und eine eigene Meinung zu so ziemlich allem. Wie unterschiedlich wir waren, zeigte sich in jedem Video. Nichts davon war abgesprochen.

Rückblickend war das der eigentliche Motor. Eine Gruppe aus vier Leuten, die sich einig sind, hätte niemanden interessiert. Wenn wir stritten, dann vor laufender Kamera. In der Hardgainer Crew wurde diskutiert, widersprochen und gelacht.

Zwischen Trainingsvideo und Döner Wettessen

Ein reiner Trainingskanal waren wir nie. Neben klassischen Trainingsvideos entstanden Formate, die viele Zuschauer bis heute kennen, allen voran „Hardgainer in Gefahr“. In dieser Reihe haben wir regelmäßig Sportarten ausprobiert, mit denen wir nichts zu tun hatten:

  • Ballett
  • American Football
  • Lumberjack-Sport

Bei Döner-Wettessen, Donut-Challenges und spontanen Alltagsformaten ging es dann um alles andere als Sport. Fitness besteht eben nicht nur aus Ernährungsplänen und Trainingsprogrammen, sondern auch aus Spaß, Freundschaft und Gemeinschaft. Diese Mischung hat die Hardgainer Crew für viele einzigartig gemacht.

Warum wir freiwillig aus der Komfortzone gegangen sind

Warum tut man sich das an? Als Kraftsportler in ein Ballettstudio zu gehen, ist unangenehm. Genau deshalb haben wir es gemacht. Wer sich vor der Kamera blamiert und trotzdem weitermacht, zeigt mehr von sich als in jedem perfekt geschnittenen Trainingsvideo.

Nebenbei haben wir dabei einiges gelernt. Beweglichkeit, Koordination und Körperspannung sind in anderen Sportarten oft weiter entwickelt als im klassischen Studiotraining. Das hat unseren Blick auf das eigene Training verändert.

Einige Übungen, die wir später ganz normal in Trainingsvideos gezeigt haben, stammen genau aus diesen Ausflügen. Für die Hardgainer Crew war das ein Nebeneffekt, mit dem vorher niemand gerechnet hatte.

Wissen aus der Praxis statt Theorie aus dem Lehrbuch

Fachliches spielte von Anfang an eine große Rolle. Auf dem Kanal ging es unter anderem um:

  • Trainingsplanung
  • Übungsausführung
  • Muskelaufbau
  • Wettkampfbodybuilding
  • Ernährung

Wichtig war uns, dass alles aus der eigenen Praxis kam. Wer etwas behauptete, musste es vormachen. Wir haben nicht referiert, was in Büchern steht, sondern gezeigt, was wir selbst gemacht haben, inklusive der Fehler. Zu einer Zeit, in der es deutlich weniger deutschsprachige Informationen gab als heute, war das für viele Sportler eine echte Orientierung.

Ein Beispiel dafür ist die Wettkampfvorbereitung. Wenn man wissen wollte, wie sich Training, Ernährung und Alltag in den letzten Wochen vor einem Wettkampf verändern, blieben fast nur englischsprachige Foren. Wir haben es einfach gefilmt, Woche für Woche, mit allen Zweifeln und Rückschlägen.

Heute findet man zu jeder Übung Dutzende Videos. Wer damals eine deutschsprachige Erklärung brauchte, ging dagegen oft leer aus. Genau diese Lücke hat die Hardgainer Crew gefüllt.

Millionen Aufrufe und eine ganze Fitness-Generation

Über die Jahre haben unsere Videos Millionen Aufrufe erreicht. Bei vielen Zuschauern aller Altersklassen stand am Ende der eigene Einstieg ins Krafttraining, oft ganz ohne Vorerfahrung. Für eine ganze Generation von Fitnessfans war das der erste Berührungspunkt mit Bodybuilding.

Aus meiner Sicht hat die Hardgainer Crew einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, Fitness-Content im deutschsprachigen Raum populär zu machen. Das ist keine Heldengeschichte, sondern schlicht eine Frage des Zeitpunkts: Wir waren da, als die Nachfrage entstand.

Warum vier Charaktere besser funktionierten als jedes Konzept

Wo andere ein Konzept hatten, hatten wir vier Meinungen. Es gab keine Redaktionssitzung und keinen Themenplan. Jeder brachte ein, was ihn gerade beschäftigte. Daraus entstanden Diskussionen, unterschiedliche Sichtweisen und Situationen, die sich nicht planen ließen.

Die Zuschauer hatten nie das Gefühl, eine Produktion zu sehen, sondern eine Gruppe von Freunden beim gemeinsamen Training zu begleiten. Genau das lässt sich nicht nachbauen. Deshalb wirkt die Hardgainer Crew bis heute nach.

Von der Crew zu The Classic Body und Der Fitnesskoch

Aus der Zeit der Hardgainer Crew entwickelten sich später meine eigenen Kanäle The Classic Body und Der Fitnesskoch. Inzwischen laufen sämtliche Inhalte unter meinem Namen.

Während in der Hardgainer Crew die Unterhaltung im Mittelpunkt stand, habe ich mich immer stärker auf Trainingslehre spezialisiert. Mir fiel schnell auf, dass viele Sportler hoch motiviert trainierten, bei der Übungsausführung und der Muskelansteuerung aber Schwierigkeiten hatten. Mein Schwerpunkt wurde deshalb, Übungen verständlich zu erklären, Muskeln gezielt anzusteuern und Technik so zu korrigieren, dass sie langfristig trägt.

Parallel entstand mit Der Fitnesskoch ein zweites Herzensprojekt. Durch meine Ausbildung als Koch wollte ich zeigen, dass gesunde Ernährung weder kompliziert noch zeitaufwendig sein muss. Daraus wurden Formate wie die 2-Minuten-Gerichte, 5-Minuten-Gerichte und 10-Minuten-Gerichte, dazu Rezepte mit wenigen Zutaten und aufwendigere Gerichte für alle, die tiefer einsteigen wollten.

Mit der Zeit kamen Videos dazu, in denen ich biochemische Zusammenhänge erklärt habe. Mir war wichtig, dass Menschen nicht einfach Empfehlungen befolgen, sondern verstehen, warum eine Trainings-, Ernährungs- oder Supplementstrategie funktioniert. Viele Zuschauer nannten mich deshalb liebevoll den „Erklärbär“. Die Rezeptvideos laufen bis heute auf dem Kanal Der Fitnesskoch.

Muskelgefühl, damals kontrovers und heute selbstverständlich

Ein Thema hat mich von Beginn an begleitet: Muskelgefühl. In den Jahren der Hardgainer Crew drehte sich fast alles darum, möglichst hohe Gewichte zu bewegen.

Wenn eine Übung nicht sitzt, hilft auch mehr Gewicht nicht weiter. Ich habe schon früh die Ansicht vertreten, dass eine gezielte Muskelansteuerung, saubere Technik und das bewusste Spüren des arbeitenden Muskels für langfristigen Muskelaufbau entscheidend sind. Heute gehört die Mind-Muscle-Connection für viele Athleten selbstverständlich zum Training. Damals sorgte diese Sichtweise regelmäßig für Diskussionen.

Von Classic Body Nutrition zu CAPS+

Aus der Arbeit auf YouTube wurde mit den Jahren ein Unternehmen. Gemeinsam mit Vito habe ich zuerst Classic Body Nutrition gegründet, daraus entstand später CAPS+. Das Ziel war von Beginn an dasselbe: wissenschaftlich fundierte Nahrungsergänzung entwickeln und gleichzeitig verständlich erklären, wann welche Nährstoffe sinnvoll eingesetzt werden können.

Entstanden ist diese Idee nicht am Schreibtisch, sondern in den Jahren nach der Hardgainer Crew. Schon damals hat mich mehr interessiert, was ein Nährstoff im Körper macht, als wie laut ein Produkt beworben wird.

Unser Anspruch hat sich bis heute nicht verändert. Wir wollen nicht nur hochwertige Produkte anbieten, sondern vor allem Wissen weitergeben. Wer versteht, warum ein Nährstoff wichtig ist, setzt ihn auch sinnvoll ein. Was Kundinnen und Kunden davon halten, steht in den CAPS+ Erfahrungen.

Warum Mikronährstoffe erst heute im Alltag ankommen

Im Jahr 2026 sind Mikronährstoffe im öffentlichen Bewusstsein angekommen. Zu Zeiten der Hardgainer Crew hätte ein Video über Vitamin D kaum jemanden interessiert. Früher galten diese Themen fast ausschließlich als Bodybuilder-Sache, inzwischen beschäftigen sich Menschen jeden Alters mit Vitamin D, Magnesium, Omega-3-Fettsäuren, Kreatin oder Eisen. Im Kraftsport war die Bedeutung von Eiweiß und Energiezufuhr immer klar, über Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente wurde dagegen kaum gesprochen.

Mich hat früh interessiert, was die Forschung zu einzelnen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen zeigt und was davon nur Behauptung ist. Viele dieser Erkenntnisse gibt es seit den 1990er-Jahren, bis sie im Alltag ankamen, vergingen Jahrzehnte. Wer heute gezielt ergänzen möchte, kann bei uns Magnesium Kapseln kaufen, ohne sich vorher durch eine lange Liste unnötiger Zusätze arbeiten zu müssen.

Kreatin ist dafür das beste Beispiel. Kaum ein Wirkstoff ist besser untersucht. Trotzdem hat es lange gedauert, bis er außerhalb der Kraftsportszene ernst genommen wurde. Dass du heute Kreatin kaufen kannst und die Dosierung offen ausgewiesen ist, war vor fünfzehn Jahren keine Selbstverständlichkeit. In jede Rezeptur fließen die Erfahrungen aus vielen Jahren Training, Coaching und Praxis ein.

In Erinnerung an Vito

An dieser Stelle möchte ich an Vito erinnern, der am 31. März 2025 viel zu früh verstorben ist. Er war nicht nur Teil der Hardgainer Crew und Mitgründer von Classic Body Nutrition, sondern wie ich auch Teil von CAPS+.

Die Monate zuvor waren für ihn gesundheitlich alles andere als einfach. Nach einer schweren Grippe im Dezember 2024 riss er sich bei seinem ersten Training wenige Wochen später den Brustmuskel, die notwendige Operation erfolgte erst einige Wochen danach. Während der Genesungsphase kam ein Autounfall dazu, bei dem die Brust erneut verletzt wurde.

Ende März wollte er vorsichtig wieder einsteigen und hatte auf Instagram noch angekündigt, zunächst mit leichtem Cardiotraining zu beginnen. Wer ihn kannte, weiß, wie schwer ihm diese Pause gefallen ist. Am 31. März verstarb er im Fitnessstudio. Unabhängig von den genauen Umständen seines Todes bleibt vor allem die Erinnerung an einen Menschen, der viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde.

Was von der Hardgainer Crew geblieben ist

Auch viele Jahre später wird noch regelmäßig nach der Hardgainer Crew gefragt. Das zeigt, welchen Eindruck diese Zeit bei vielen Menschen hinterlassen hat. Für die einen war sie der Einstieg in den Kraftsport, für die anderen tägliche Motivation, für viele einfach Unterhaltung mit einer Gruppe von Freunden.

Für mich war die Hardgainer Crew weit mehr als ein YouTube-Projekt. Sie war der Beginn einer Reise, aus der eigene Kanäle, Coaching und am Ende CAPS+ entstanden sind. Und genau deshalb bleibt sie für viele ein besonderer Teil der deutschen Fitnessgeschichte.

Wenn du wissen möchtest, was aus den Erfahrungen dieser Jahre geworden ist, wirf einen Blick auf unsere Rezepturen.